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BaFin-Bilanzkontrolle 2026: Die Schrauben für das ESG-Reporting werden enger gezogen

11.02.2026

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nimmt 2026 die Lageberichte deutscher Unternehmen unter die Lupe und der Fokus liegt auf makroökonomischen Veränderungen. Was zunächst nach klassischer Finanzaufsicht klingt, hat direkten Bezug zu ESG: Denn Handelsbeschränkungen, volatile Rohstoffpreise und strukturelle Anpassungsprozesse sind längst nicht mehr nur konjunkturelle Schwankungen, sondern Vorboten einer Wirtschaft, die durch Klimawandel und Ressourcenknappheit fundamental verändert wird. Wer jetzt nicht transparent berichtet, riskiert nicht nur Beanstandungen, sondern verliert das Vertrauen von Investoren, Banken und Geschäftspartnern.

Die Finanzaufsicht BaFin prüft in den Lageberichten zu den Jahres- und Konzernabschlüssen 2025 schwerpunktmäßig, wie Unternehmen auf makroökonomische Veränderungen eingehen. Im Fokus: Handelsbeschränkungen, schwankende Rohstoff- und Energiepreise, strukturelle Anpassungsprozesse und technologische Veränderungen. Der Lagebericht soll zeigen, wie die Unternehmensleitung mit diesen Herausforderungen umgeht – gegenwärtig und in der Zukunft.

ESG als Treiber künftiger makroökonomischer Veränderungen

Was die BaFin fordert, ist nicht willkürlich gewählt: Makroökonomische Veränderungen werden künftig zunehmend durch ESG-Faktoren getrieben. Der Klimawandel beschleunigt sich, Ressourcenknappheit wird zur Realität. Wie präsent das Thema ist, zeigt sich daran, dass selbst Finanzaufsichten wie die BaFin regulatorische Maßnahmen befürworten und ESG-Risiken systematisch in ihre Prüfungslogik integrieren.

Die makroökonomischen Veränderungen sind facettenreich und können Unternehmen auf verschiedensten Ebenen treffen. Zur Verbildlichung sollen nur drei zentrale Risiken genannt sein:

1. Extremwetterrisiken für Sachanlagen

Starkregen, Überschwemmungen und Hitzewellen sind Realität. Produktionsstätten stehen still, Sachanlagen werden beschädigt. Unternehmen müssen transparent machen, wie sie physische Klimarisiken bewerten, welche Standorte exponiert sind und welche Anpassungsstrategien sie verfolgen.

2. Lieferkettenabhängigkeiten und geopolitische Verwerfungen

Die Gaslieferungen aus Russland haben gezeigt, wie schnell Lieferketten kollabieren. China dominiert kritische Rohstoffe von Seltenen Erden bis Solarpanelen. Unternehmen müssen darstellen, wie abhängig sie von einzelnen Lieferanten oder Regionen sind und welche Diversifizierungsstrategien sie verfolgen.

3. Ressourcenknappheit und die Risiken der Energiewende

Volatile CO₂-Preise, Dekarbonisierung der Energiesysteme und der Wettbewerb um knappe Ressourcen wie grünen Wasserstoff verschärfen sich. Im Lagebericht muss klar werden, wie das Unternehmen mit Transformationskosten umgeht und sich auf steigende CO₂-Preise vorbereitet.

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Instrumente für transparentes ESG-Reporting werden zum Standard

Finanzinstitute wie die BaFin und die Europäische Bankenaufsicht (EBA) veröffentlichen neue Richtlinien zum ESG-Reporting. Um diesen gerecht zu werden, existieren umfassende Instrumente, mit welchen Risiken und Chancen analysiert und Handlungsempfehlungen gegeben werden können.

• CO₂-Emissionsbilanzen (Scope 1-3) erfassen Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette.

• Lieferketten-Risikoanalysen identifizieren kritische Abhängigkeiten und bewerten Resilienz.

• Klima- und Vulnerabilitätsanalysen bewerten systematisch die Anfälligkeit für Klimarisiken.

Genau solche Instrumente führen zu transparenter Nachhaltigkeitskommunikation und machen entscheidende Unterschiede für erfolgreiches Reporting und steigende Bonität bei Banken. Finanzinstitute bewerten zunehmend die ESG-Performance ihrer Kunden und belohnen gut aufgestellte Unternehmen mit besseren Konditionen.

Handlungsempfehlungen für die Praxis

Unternehmen sollten ihren Lagebericht kritisch prüfen:

• Sind physische Klimarisiken und deren Auswirkungen transparent dargestellt?

• Werden Lieferkettenabhängigkeiten und geopolitische Risiken konkret benannt?

• Sind Risiken aus Ressourcenknappheit und volatilen CO₂-Preisen adressiert?

• Nutzen Sie Instrumente wie Klima- und Vulnerabilitätsanalysen, CO₂-Emissionsbilanzen (Scope 1-3) und Lieferketten-Risikoanalysen?

Fazit: ESG-Risiken transparent machen – oder zurückfallen

Der Fokus der BaFin-Bilanzkontrolle 2026 ist ein klares Signal: Makroökonomische Veränderungen und ESG-Risiken bedingen einander. Unternehmen, die ESG-Risiken mit professionellen Instrumenten transparent adressieren, erfüllen nicht nur gesetzliche Anforderungen, sondern verbessern auch ihre Bonität und stärken das Vertrauen ihrer Stakeholder.

Steven Rohles
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Steven Rohles

Steven Rohles

Senior Berater für Nachhaltigkeitskommunikation & ESG

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