Viele Unternehmen tun bereits viel für Nachhaltigkeit, doch zeigen es nicht. H2APEX, ein wichtiger Akteur der Energiewende im Wasserstoffsektor, hat dieses Potenzial erkannt und seine Aktivitäten gezielt sichtbar gemacht. Gemeinsam mit iron hat das Unternehmen seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht nach dem VSME-Standard erstellt. Ein Praxisprojekt, das zeigt, was den Einstieg erleichtert hat, wo Herausforderungen lagen und warum ESG-orientierte Investoren wie Active Ownership genau solche Berichte einfordern.
Vom Pionier des grünen Wasserstoffs zu mehr ESG-Transparenz
Unternehmen, die grünen Wasserstoff produzieren, leisten bereits durch ihr Geschäftsmodell einen wesentlichen Beitrag zu Nachhaltigkeit. Doch selbst die beste ESG-Leistung entfaltet nur begrenzte Wirkung, wenn sie nicht strukturiert erfasst und transparent kommuniziert wird. Für H2APEX bestand hier die Möglichkeit, die eigene ESG-Performance noch transparenter darzustellen. Denn neben Banken und Kunden fordern zunehmend auch Investoren wie Active Ownership ein hohes Maß an Transparenz und verstehen Nachhaltigkeit nicht als Randthema, sondern als zentralen Werttreiber.
Active Ownership verfolgt einen aktiven Investmentansatz: Statt nur Kapital bereitzustellen, begleitet der Investor seine Portfoliounternehmen eng bei der strategischen Weiterentwicklung und ESG-Themen spielen dabei eine zentrale Rolle. Ein strukturierter Nachhaltigkeitsbericht ist aus dieser Perspektive nicht nur ein Kommunikationsinstrument, sondern auch eine wichtige Grundlage, um Risiken frühzeitig zu erkennen, Fortschritte messbar zu machen und langfristigen Unternehmenswert zu sichern.
Gemeinsam mit iron hat H2APEX seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht nach dem VSME-Standard erstellt und parallel zum aktuellen Geschäftsbericht veröffentlicht.
Der freiwillige VSME-Standard wurde im Juli 2025 offiziell von der EU-Kommission für kleine und mittlere Unternehmen empfohlen. Er dient als kompakter, praxisnaher Rahmen, der sich auf das Wesentliche konzentriert, ohne Unternehmen mit einer Vielzahl von Datenanforderungen zu überfordern. Für börsennotierte Unternehmen wie H2APEX, die nicht der CSRD-Berichtspflicht unterliegen, stellt er einen sinnvollen Einstieg dar, um die zentralen ESG-Anforderungen abzudecken. Für 2026 ist zudem eine weitere Überarbeitung des Standards geplant, die den Rahmen weiter schärfen und an die Omnibus-Anpassungen der CSRD angleichen soll.
Seit Inkrafttreten der EBA-Leitlinien im Januar 2026 fordern Banken systematisch Informationen ein – von CO2-Emission über den Energieverbrauch bis hin zu sozialen Kennzahlen und Lieferkettenrisiken. Der VSME-Standard deckt bereits einen Großteil dieser Anforderungen ab. Unternehmen, die heute einen VSME-Bericht erstellen, sind somit nicht nur gegenüber Investoren gut aufgestellt, sondern auch auf zukünftige Anforderungen im Bankenumfeld vorbereitet.

Wesentlichkeit und Klimawirkung im Fokus
Bevor der VSME-Bericht erstellt werden konnte, wurde eine strukturierte Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Dabei hat H2APEX nach dem Prinzip der doppelten Wesentlichkeit systematisch ermittelt, welche Nachhaltigkeitsthemen für das Unternehmen tatsächlich relevant sind. Dabei wurden Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft als auch die finanziellen Risiken und Chancen für das Unternehmen betrachtet. Das Ergebnis waren 9 wesentliche Themen, von denen Klima und Energie als mit Abstand wesentlichste hervorgingen. Kaum überraschend für ein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell darauf ausgerichtet ist, fossile Energieträger zu ersetzen.
Denn genau darin liegt der Kern des Geschäftsmodells von H2APEX: Nicht nur die eigenen Emissionen stehen im Fokus, sondern vor allem das Vermeidungspotenzial auf Kundenseite. Durch die Lieferung von RFNBO-zertifiziertem Wasserstoff (also Wasserstoff, der nachweislich aus erneuerbaren Energiequellen stammt) ermöglicht H2APEX seinen Kunden, fossile Brennstoffe zu ersetzen und ihre eigenen Treibhausgasemissionen signifikant zu senken.
Ein entscheidender Baustein für die RFNBO-Zertifizierung ist die Stromherkunft. Am Hauptstandort Rostock-Laage deckte die eigene Photovoltaikanlage im Jahr 2025 bereits mehr als die Hälfte des lokalen Strombedarfs, was ein konkreter Beleg dafür ist, dass die Wasserstoffproduktion von H2APEX die strengen EU-Kriterien für grünen Wasserstoff nicht nur erfüllt, sondern aktiv unterstützt. Ergänzt wird dies durch eine erstmals durchgeführte Klimarisikoanalyse sowie eine Klimastrategie mit Reduktionspfad im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen. Zur Einordnung der Klimawirkung nutzt H2APEX zudem das X-Degree Compatibility (XDC)-Modell, das den Beitrag zur Erderwärmung in Grad Celsius misst. Bereits ohne weitere Maßnahmen liegt dieser bei 1,5°C – mit dem Ziel, dieses Niveau trotz weiteren Wachstums zu halten.
ESG-Berichterstattung als strategisches Signal
Der Bericht soll künftig jährlich erscheinen. Zu den Schwerpunkten der kommenden Jahre zählen der Abschluss der ISO-Zertifizierungen 14001 (Umwelt) und 50001 (Energie), der weitere Aufbau eines Supply-Chain-Compliance-Systems sowie die Erweiterung der Datenbasis für die Scope-3-Bilanz.
„Wir verstehen ESG nicht als Pflichterfüllung, sondern als echten Wertbeitrag für unser Unternehmen. Mit unserem ersten VSME-Bericht machen wir diese Nachhaltigkeitsleistung systematisch messbar und schaffen Verbindlichkeit – intern wie gegenüber dem Kapitalmarkt. Grüner Wasserstoff ist Teil der Lösung der Klimafrage und wir werden diesen Beitrag auch in unserer Berichterstattung transparent belegen.“
Marvin Zimbelmann, Head of Governance, Risk & Compliance von H2APEX
Hier geht’s zum vollständigen VSME-Bericht.
Webinar-Tipp
„VSME – sinnvoll für Ihr Unternehmen? Tipps, Tricks und Lessons Learned am Beispiel von H2APEX“ am 28. Mai 2026 von 11 bis 12 Uhr. Mit dabei: Marvin Zimbelmann (H2APEX), Roxana Budimir (Active Ownership) und Steven Rohles (iron), moderiert von Carlotta Gemünd (EQS Group).
Die Teilnahme ist kostenlos. -> Hier gleich anmelden.