„Voraussetzung ist eine konsistente Bondstory“

Die Ekotechnika GmbH, deutsche Holding des größten Landtechnikhändlers in Russland, der Ekoniva-Technika Gruppe, hat am 29. April 2013 ihre Unternehmensanleihe (WKN: A1R1A1 / ISIN: DE000A1R1A18) mit einem Volumen von 60 Mio. Euro, einem jährlichen Zinssatz von 9,75 % und einer Laufzeit von fünf Jahren erfolgreich platziert.

Bereits am ersten Zeichnungstag wurde die Zeichnungsfrist für das Landtechnik-Wertpapier vorzeitig beendet. Die IR.on AG begleitete das Unternehmen als Kommunikations- und Marketingberater im Vorfeld und während der Emission. Seit dem 30. April 2013 wird die Anleihe im Segment Bondm der Börse Stuttgart gehandelt und hat bisher eine stabile Entwicklung über pari genommen.

Im Interview erläutert Wolfgang Bläsi, CFO der Ekotechnika GmbH, insbesondere im Hinblick auf die Kommunikationsarbeit die wichtigsten Aspekte der Emission.

Herr Bläsi, welche Aspekte waren aus Ihrer Sicht entscheidend für den Erfolg der Emission?

Landwirtschaft ist angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und der Verringerung der Ackerflächen pro Kopf ein ökonomischer Megatrend, auf den Anleger verstärkt setzen. Der russische Agrarmarkt gehört bereits heute zu den größten der Welt, hat aber nach wie vor hohen Nachholbedarf bei der Ausrüstung. Als bedeutender Landtechnikhändler konnten wir dem Anleger diese positive Ausgangslage glaubhaft vermitteln und entsprechend erfolgreich ist unsere Unternehmensanleihe gestartet.

Dennoch ist eine Anleihe einer deutschen Holding eines russischen Unternehmens eher untypisch für den deutschen Kapitalmarkt.

Das Interesse für den russischen Agrarmarkt war in Deutschland bereits im letzten Jahr durch die Anleihe-Emissionen der Ekosem-Agrar geweckt worden. Im Zuge des Erfolgs der Emissionen und der positiven Unternehmensentwicklung wurde das Vertrauen in den russischen Markt weiter gestärkt. Dies war ein strategischer Vorteil für die Ekotechnika-Emission. Hinzu kommt, dass wir mit dem Landtechnikweltmarktführer John Deere über einen starken internationalen Partner verfügen, was beim Anleger zusätzliches Vertrauen geschaffen hat.

Welche Rolle hat aus Ihrer Sicht die Kommunikation bei der Anleiheemission gespielt?

Gerade bei einer Mittelstandsanleihe – einem bislang zwar überwiegend erfolgreichen aber noch jungen und nicht etablierten Anlageprodukt – ist eine professionelle Kommunikation unerlässlich.
Grundvoraussetzung ist eine konsistente Bondstory, die Schlüsselthemen im Zusammenhang mit einer Emission glaubwürdig zusammenfasst und die Anliegen des Marktes antizipiert. In der Umsetzung gilt es, auf allen Kommunikationskanälen wirkungsvoll aufzutreten und Aufmerksamkeit zu erzeugen, um interessierte Anleger zu erreichen und im Ergebnis von einem Investment zu überzeugen.

Gab es Stolpersteine?

In letzter Zeit, auch während der Vermarktungsphase unserer Anleihe, ist es zu negativen Schlagzeilen bei einigen Emittenten von Mittelstandsanleihen gekommen, darunter auch Insolvenzen, die zum Verlust von Anlegerkapital geführt haben. Insofern galt es, besonders transparent und schlüssig zu argumentieren, um die Anleger nicht nur von der Solidität des eigenen Unternehmens sondern auch des Segments Mittelstandsanleihen zu überzeugen.

Welche Bedeutung hat die Zielgruppe Privatanleger für den Erfolg einer Anleiheemission ?

Die Ansprache von Privatanleger ist natürlich ungleich schwieriger als die Ansprache institutioneller Investoren, denen wir gezielt im Rahmen der Roadshow das Unternehmen vorstellen können. Doch es gibt gute Gründe auch Privatanleger zu adressieren. Erstens erhöhen Privatanleger die Liquidität der Anleihe im Sekundärmarkt, zweitens beflügelt eine hohe Privatanlegernachfrage auch das Interesse von institutioneller Seite.  Und nicht zuletzt sind die Privaten in der Regel die treueren Anleger. Wir haben eine starke Nachfrage von Privatanlegern generiert, die rund 40 Prozent der Ekotechnika-Emission gezeichnet haben.